Bayerisches Junior Ballett München

Devil's Kitchen

Choreografie
Musik Shine on You Crazy Diamond, Wish You Were Here, Dogs
Kostüme Susanne Stehle
Licht Udo Haberland

Mit «Devil’s Kitchen» zeigt Marco Goecke ein zutiefst persönliches und vielschichtiges Werk, das sich ohne festgelegte Erzählung entfaltet und vollständig aus dem gemeinsamen kreativen Prozess mit den jungen Tänzerinnen und Tänzern des Bayerischen Junior Balletts München hervorgeht. Inspiriert von realen Gesprächen in einer Gemeinschaftsküche und von Erinnerungen an seine eigene Jugend wurde der Probenraum für Marco Goecke zu einer symbolischen „Teufelsküche“ – einem Ort emotionaler Intensität, Verletzlichkeit und künstlerischer Entdeckung. Der Titel verweist auf das Risiko und die Selbstkonfrontation, die jedem schöpferischen Akt innewohnen. Entstanden ist ein Werk über Verbundenheit, Transformation und gemeinsame Erfahrung – roh, ehrlich und voller Leben.

„Egal wie viele Stücke ich bereits gemacht habe, der Beginn eines neuen wird nie leichter. Unser Leiden zu transformieren – nicht als Therapie, sondern um etwas Größeres in uns zu berühren – ist das, was ich mir jedes Mal erhoffe, wenn ich das Studio betrete … und die Liebe zu diesem Leiden ermüdet nie.“ Einer der umstrittensten Choreografen unserer Zeit beschreibt damit ein inneres Bedürfnis, etwas von Wert zu sagen, und unterstreicht zugleich die immense Verletzlichkeit und den erforderlichen Mut, um dies auszusprechen. „Sobald ein neues Stück draußen ist, ist es abgeschlossen, es gehört nicht mehr mir. Aber irgendwie bleiben die Geister der Vergangenheit … und finden immer wieder Wege, um mich heimzusuchen – dennoch ziehe ich es vor, einfach weiterzugehen. Vielleicht ist es der Preis dafür, etwas zu sagen.“

Kompromisslose Strenge und das Streben nach künstlerischer Authentizität bilden den Kern von Goeckes choreografischer Vision. Diese Qualitäten gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern zu entwickeln, lässt sich als eine der größten Liebesgeschichten überhaupt verstehen. Für die Company des Bayerischen Junior Balletts München war die unmittelbare Begegnung mit einer solch visionären künstlerischen Stimme eine unschätzbare Erfahrung auf ihrem Weg zur professionellen Karriere.

Für «Devil’s Kitchen» griff Goecke auf die britische Progressive-Rock-Band Pink Floyd als musikalische Grundlage zurück und wählte die Stücke „Shine On You Crazy Diamond“ (1975), „Wish You Were Here“ (1975) und „Dogs“ (1977). Pink Floyd, als eine der ersten britischen Psychedelic-Bands bekannt, wurden durch den Umfang ihrer klanglichen Experimente, die außergewöhnliche Länge ihrer Kompositionen und ihre philosophischen Texte zu einem kulturellen Phänomen – Texte, die stets an der Grenze unseres Verstehens zu schweben scheinen.

ÜBER MARCO GOECKE
Als langjähriger Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts und des Scapino Balletts, Associate Choreographer am Nederlands Dans Theater, Resident Artist bei Gauthier Dance und als Direktor des Staatsballetts Hannover (2019-2023) hat Marco Goecke in zwanzig Jahren an die 100 Werke geschaffen. Darunter sind Auftragsarbeiten für viele internationale Kompanien. Er hat zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten, darunter den Prix Dom Perignon 2003, den Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg 2005, den Nijinski Award 2005, den Niederländischen Tanzpreis Zwaan 2017. Im Jahr 2022 wurde er mit dem Kylián-Ring und dem Deutsche Tanzpreis 2022 ausgezeichnet. Ab der Spielzeit 2025/26 hat Marco Goecke die Ballettdirektion am Theater Basel übernommen.

Uraufführung am 11. Juni 2025 im Rahmen der "BJBM im Prinzregententheater" Vorstellungs-Reihe im Prinzregententheater München

Premiere Trailer 2025 ©Terence Kohler

Probentrailer 2025 ©Terence Kohler