Bayerisches Junior Ballett München

«Drei Odalisken» aus «Le Corsaire»

Choreografie
Musik
Kostüme Roger Kirk

«Le Corsaire» gilt als eines der berühmtesten klassischen Ballette des 19. Jahrhunderts und wurde ursprünglich von Joseph Mazilier zur Musik von Adolphe Adam choreografiert; die Uraufführung fand 1856 in Paris statt. Das Ballett erzählt die abenteuerliche Geschichte des Piraten Conrad, der die versklavte Jungfrau Medora vor dem bösartigen Sklavenhändler Birbanto rettet. Exotische Kulissen, osmanische Harems und tropische Inseln bilden den Hintergrund für waghalsige Fluchtaktionen, dramatische Konfrontationen und romantische Verwicklungen – eine packende Erzählung, die das Publikum begeisterte.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Ballett von einigen der bedeutendsten Choreografen adaptiert und neu inszeniert, allen voran Marius Petipa, der Versionen für St. Petersburg und Moskau schuf und damit «Le Corsaire» als festen Bestandteil des klassischen Repertoires etablierte. Das reiche historische Geflecht des Balletts spiegelt die Verschmelzung von romantischem Erzählen, theatralischem Spektakel und technischer Brillanz wider, die das goldene Zeitalter des russischen Balletts prägt.

In der Haremsszene des dritten Aktes ist der “Pas de trois des Odalisques" ein virtuoses Divertissement für drei Solistinnen, das der Handlung ein farbenprächtiges und exotisches Zwischenspiel verleiht. Dank Ivan Liškas Rekonstruktion von 2007 für das Bayerische Staatsballett gelang es, das Ballett wieder an die Authentizität von Petipas ursprünglicher Vision heranzuführen. Mithilfe der in der Harvard University aufbewahrten Stepanov-Notationen dekodierte der Historiker Doug Fullington die Choreografie, sodass Liška die originalen Schritte, Muster und stilistischen Nuancen originalgetreu wiederaufleben lassen konnte.

Uraufführung am 23. Januar 1856 im Théâtre Impérial de l’Opéra in Paris und am 24. Januar 1858 im Kaiserlichen Bolschoi Kamenny Theater in St. Petersburg, überarbeitet von Jules Perrot und Marius Petipa