Bayerisches Junior Ballett München
| Choreografie | |
| Musik | La Valse (1919-1920) |
Maurice Ravels „La Valse“ ist eines der rätselhaftesten Werke des Komponisten. Ravel selbst beschrieb das Stück als Vision eines Walzers, der unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht – eine Feier der Eleganz, die mit einer unterschwelligen Bedrohung verbunden ist. Komponiert im Anschluss an den Ersten Weltkrieg, schwankt die Musik zwischen der glitzernden Raffinesse der Belle Époque und der Unruhe einer Gesellschaft, die sich mühsam von Konflikten erholt. Ihre wirbelnden Motive und plötzlichen harmonischen Wechsel lassen den unvermeidlichen Zusammenbruch erahnen und bieten Choreografinnen und Choreografen eine reiche Grundlage, die Spannung zwischen Lebendigkeit und Vergänglichkeit zu erkunden.
In ihrem neuen Werk für die Bachelor-Studierenden der Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München greift Choreografin Lida Doumouliaka direkt auf diese Dualität zurück. Inspiriert von Ravels Musik bringt sie einen zeitgenössischen, paradox „edlen“ Walzer auf die Bühne, der die Pathologien der Menschheit durch einen Tanz entfaltet, der auf der Oberfläche allegro bleibt. Zugleich verkörpert er sowohl die musikalische Struktur als auch die inneren Bilder, die durch die Musik lebendig werden. Durch ihre Choreografie erkundet Lida die Spannung zwischen äußerer Anmut und innerem Chaos und verwandelt den Walzer in eine zeitgenössische Reflexion über menschliche Fragilität, gesellschaftliche Zwänge und den unaufhaltsamen Lauf der Zeit.
Uraufführung am 8. März 2026 im Rahmen der Frühlings-Matineen der Heinz-Bosl-Stiftung im Nationaltheater München