Jiří Kyliáns Un Ballo

Eine der aufregendsten Errungenschaften im Repertoire des Bayerischen Junior Balletts München in dieser Spielzeit wird Jiří Kyliáns berührende Choreografie „Un Ballo" sein. Als langjähriger Freund und Landsmann des Stiftungsvorstandsvorsitzenden Ivan Liška gilt Jiří Kylián als einer der legendärsten bis heute lebenden Choreografen. Als ein kleiner Vorgeschmack auf die 40 Jahre Bosl-Matineen, schreibt Jiří Kylián über seine Erste Kreation in 1991 für die Junior-Company des Nederlands Dans Theater:

Un ballo" ist das erste Stück, dass ich 1991 für NDT II, der Junior Company des Nederlands Dans Theaters kreiert habe. Mein Anliegen war, den Tänzern eine Etüde zu schaffen, zur Förderung der Musikalität, der Kunst des Pas de deux", und der gegenseitigen Sensibilität.

Tänzer des Bayerischen Junior Balletts München ©Charles Tandy

Tänzer des Bayerischen Junior Balletts München ©Charles Tandy

Obwohl dieses Stück für junge Tänzer kreiert wurde, ist das Thema der Vergänglichkeit und des Ablebens konstant vorhanden. Direkt beeinflusst durch die Wahl der Musik. Im ersten Teil der Choreografie gebrauche ich Maurice Ravels' "Le tombeau de Couperin" - und im zweiten Teil Pavane pour une infante défunte". Ravel widmete jeden einzelnen Teil des "Tombeau de Couperin" an eine bestimmte Person, die im Ersten Weltkrieg starb.... Auch seine Pavane" war einer Infantin gewidmet, die im 17. Jahrhundert am Spanischen Hof starb.

Meine visuelle Inspiration kam von Diego Velásquez und seinen Portraits der Kinder der königlichen Spanischen Familie. In den verletzlichen Gesichtern der Kinder, die mit größter Sorgfalt und Verständnis gemalt sind, spüren wir die Vorahnung des Todes....wobei ihre aufwendigen Kostüme eher durch flüchtige Pinselstriche dargestellt sind. Selten habe ich die Tiefe und die Vergänglichkeit des Lebens so dicht beieinander gesehen....!