Bayerisches Junior Ballett München

Choreographer

Marius Petipa

Marius Petipa (1818–1910) wurde in Marseille geboren. Sein Vater war Tänzer, und Petipa begann im Alter von neun Jahren in der reisenden Compagnie seines Vaters zu tanzen. Mit 16 Jahren trat er dem Théâtre de Nantes bei, wo er auch eine Reihe von Balletten schuf. Er studierte in Paris bei Auguste Vestris, bevor er anschließend als Tänzer in ganz Frankreich arbeitete. Im Mai 1847 kam er nach Sankt Petersburg, und zwei Monate später gab er sein Debüt als Erster Tänzer und Ballettmeister des Mariinski-Theaters, wobei er in seiner Neuinszenierung von Joseph Maziliers »Paquita« auftrat. Sein Durchbruch als Choreograf gelang ihm 1859 mit seiner Produktion von »La Fille du pharaon«, und 1869 wurde er zum Chefchoreografen ernannt. Neben der Schaffung originärer Werke wie »Don Quixote« (1869) und »La Bayadère« (1877) studierte er auch bereits existierende Werke neu ein, darunter »Giselle« (1884) von Jean Coralli und Jules Perrot sowie »Coppélia« (1884) von Arthur Saint-Léon. Auf Petipas Produktion von Tschaikowskys »Dornröschen« (1890) folgten »Der Nussknacker« (1892) und »Schwanensee« (1895), beide in Zusammenarbeit mit Lew Iwanow entstanden. Sein letztes großes Werk war »Raymonda« (1898), bevor er sich 1903 zurückzog. Petipas Ballette waren prachtvolle Spektakel, die das Corps de ballet auf eindrucksvolle Weise einsetzten und die Primaballerina ins Zentrum der Bühne stellten. Sein Theater und seine Schule wurden im gesamten 20. Jahrhundert weltweit zu einem Vorbild für das klassische Ballett.