Bayerisches Junior Ballett München

Return to Innocence

Choreografie
Musik „O Pastor“ (1990) „Ao Longe O Mar“ (1994) 6. Satz aus „Arcadiana“ (1994)
Kostüme Simon Adamson-De Luca
Licht Christian Kass

Auf Einladung des Künstlerischen Leiters Ivan Liška schuf Simon Adamson-De Luca (Mitglied der Junior Company von 2023 bis 2025) ein neues Werk, das in der Herbst-Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung im Münchner Nationaltheater präsentiert wurde. Dieses Werk stand nicht nur für das Engagement der Stiftung, die Entwicklung choreografischer Stimmen der nächsten Generation zu unterstützen, sondern auch für Adamson-De Lucas ersten Auftrag als professioneller Choreograf.

Für sein Werk ließ sich Adamson-De Luca von seinen eigenen Lebenserfahrungen inspirieren, insbesondere vom kürzlichen Verlust eines geliebten Menschen. Obwohl es unvermeidlich ist, dass wir irgendwann im Leben mit unserer eigenen Sterblichkeit konfrontiert werden, war der Trauerprozess mit seinen zahlreichen Facetten eine zutiefst persönliche Erfahrung. Adamson-De Luca glaubte, dass Tanz „einer Person das Gefühl geben kann, gesehen zu werden, sowohl aus der Perspektive des Tänzers als auch des Beobachters“. Die Transformation solch wichtiger Lebensereignisse konnte etwas berühren, das wir alle universell erleben. In dieser Hinsicht konnte der kreative Prozess vielleicht an sich schon als Schöpfungsakt dienen.

Adamson-De Luca wählte zwei Lieder der portugiesischen Musikgruppe Madredeus („O Pastor“, „Ao Longo O Mar“) und den sechsten Satz aus Thomas Adès' „Arcadiana“ aus. Madredeus waren dafür bekannt, traditionelle und volkstümliche Musik zu einer New-Age-Fado-Form zu verschmelzen. 1997 beschrieb die New York Times Madredeus als das, was Enya für die traditionelle irische Musik ist: „In vielerlei Hinsicht ist Madredeus einer internationalen Bewegung des ätherischen Pop näher, ähnlich wie die Cocteau Twins und Kate Bush, als dem Fado.“ Thomas Adès' „Arcadiana“ stellte das Paradies als Ort der Komplexität und nicht der simplen Lieblichkeit dar. Hier waren das Idyllische und das Schreckliche eng miteinander verwoben, wie die Los Angeles Times anmerkt: „Die Musik fühlt sich modern an, die alte Welt als ein zeitgenössischer Traum.“

ÜBER SIMON ADAMSON-DE LUCA
Simon Adamson-De Luca begann bereits während seines Studiums an der National Ballet School in Kanada mit der Arbeit an seinen ersten choreografischen Werken. In den Jahren 2018 und 2019 hatte Adamson-De Luca die Möglichkeit, seine ersten Arbeiten im Rahmen des Stephen Godfrey Choreographic Workshop der Schule auf der Bühne zu präsentieren. Sein Werk «Infinite Ache», das 2023 für das Company Life Program der Schule entstand, wurde sowohl im Betty Oliphant Theatre als auch später bei den Aufführungen von Fall For Dance North in der Union Station gezeigt. Von 2023 bis 2025 war Simon Adamson-De Luca als Stipendiat der Heinz-Bosl-Stiftung Mitglied des Bayerischen Junior Ballett München. In dieser Zeit schuf er auf Einladung des Künstlerischen Leiters Ivan Liška ein Werk für das BJBM, das im Rahmen der Herbst-Matinee 2024 der Heinz-Bosl-Stiftung im Münchner Nationaltheater präsentiert wurde. Für seine choreografische Arbeit «Return to Innocence» wurde Simon Adamson-De Luca im Herbst 2025 mit dem Heinz-Bosl-Preis ausgezeichnet.

Uraufführung am 24. November 2024 im Rahmen einer Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung im Nationaltheater München

Probentrailer 2024 ©Terence Kohler