Bayerisches Junior Ballett München

Concertante

Choreografie
Musik »Petite Symphonie Concertante« (1945)
Kostüme Keso Dekker
Bühnenbild Keso Dekker
Einstudierung Kerstin Feig, Norbert Graf

„So sehr man sich auch liebt, man weiß nie, was der andere denkt. Man versucht, aufeinander Rücksicht zu nehmen, aber ehe man sich versieht, hat man es wieder falsch verstanden.“ – Hans van Manen

In den Balletten von Hans van Manen geht es im Kern um die Komplexität menschlicher Beziehungen. Seine einzigartige, unverkennbare choreografische Handschrift lebt von feinen Details, die im täglichen Leben allzu oft unbemerkt bleiben. Seine Ballette flirren vor fast elektrisch geladener Körperlichkeit, und die Tänzerinnen und Tänzer dürfen immer als Individuen auftreten.

In der ersten Szene von van Manens «Concertante» erzeugt der Einsatz des Cembalos in der «Petite Symphonie Concertante» des Komponisten Frank Martin eine unheimliche, fast bedrohliche Stimmung. Die Spannung wächst, während die Tänzerinnen und Tänzer einer nach dem anderen auftreten und mit tiefen, langgezogenen Schritten durch den Raum gleiten. Was dann folgt, gleicht einem Thriller: Ausbrüche gezielter Aggression wechseln sich ab mit sinnlich aufgeladenen Bewegungen. Etwas braut sich unter der Oberfläche zusammen, doch man weiß nie genau, was es ist.

Für die jungen Tänzer und Tänzerinnen ist es eine wunderbare Möglichkeit, van Manens artikulierte, gestenreiche Bewegungssprache zu lernen. Ursprünglich im Jahr 1994 für die Junior Company Nederlands Dans Theater II geschaffen, hat «Concertante» nichts von seinem Charme verloren. Die zeitlose Schönheit der Gruppentänze, Trios und Duette und die berühmten schimmernden Kostüme, die von van Manens langjährigem künstlerischen Mitarbeiter Keso Dekker entworfen wurden, begeistern das Publikum heute wie damals.

ÜBER HANS VAN MANEN
Hans van Manen feierte 2022 seinen 90. Geburtstag. Das Het National Ballet Amsterdam, wo van Manen bis heute als Choreograf tätig ist, lud acht verschiedene Ballettkompanien ein, eine Auswahl von 19 seiner bahnbrechenden Werke zu präsentieren. Neben seiner Karriere als Choreograf legte van Manen immer großen Wert auf Kreativität, Freundschaft und Humor im „wirklichen Leben“. Seine Tanzsprache basiert auf dem künstlerischen Potential des menschlichen Körpers und der Freude am Tanz, aber sie offenbart auch das Körperwissen und die Erfahrung seiner Tänzerinnen und Tänzer.

Uraufführung am 13. Januar 1994 beim Nederlands Dans Theater II

Erstaufführung am 28. April 2013 im Rahmen einer Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung im Nationaltheater München